Pop Up Dinner 1.0

Wie fange ich nur an, wenn ich von meinem ersten Pop Up Dinner schreiben will? Vielleicht was mich bewegt hat und wie ich dazu kam, an einem so wunderschönen Ort für 21 Gäste zu kochen…


(c) Roberta Fele
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Immer wieder habe ich mich gefragt, ob mir mein Blog reicht? Reicht es mir, ein Gericht zu konzipieren, es zu kochen, mühevoll bei richtigem Licht zu fotografieren, um es dann kalt zu verspeisen?

Reichen mir „Gefällt mir“- Klicks und Beitragsreichweiten um festzustellen, wie vielen "Follower" mein Teller gefallen hat? Und kann ich dieses Lob überhaupt ernst nehmen, denn schließlich war ich die einzige, die den Teller aufgegessen hat und wusste, wie es geschmeckt hat?

Zwar sieht meine Küche nach dieser Aneinanderreihung von Prozessen aus, als hätte ich für 10 Personen gekocht, zufrieden bin ich jedoch trotzdem nicht.

Es gibt nur noch wenige Blogs, denen ich folge. Das wäre sicher anders, wären die meisten nicht ziemlich ähnlich! Viel Pastelltöne, verzierte Torten mit oft ungenießbaren - ja manchmal sogar giftigen Blumen, ab und zu ein Schnappschuss in die urbane Altbauwohnung mit nordischem Charme. Immer mehr habe ich festgestellt, dass dies alles wenig mit echtem Genuss zu tun hat - ich wollte tiefer gehen! "Echte" Menschen mit "echtem" Essen zufrieden machen und begeistern. Ich möchte, dass meine Gäste am Montagmorgen im Büro noch immer an mein Menü vom Samstagabend denken!

(c) Roberta Fele
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Mit dieser Idee kam ich im Winter zu Lucia Blummer in ihr wundervolles "Esszimmer" in Konstanz. Das ehemalige Pumpenhäuschen wurde liebevoll zu einem Restaurant/Café restauriert und bietet am Wochenende die Möglichkeit für Feste und Events.

Im Januar stand der Termin für mein erstes „Pop Up Dinner“ fest und von da an ging es los. Die Planung des saisonalen Menüs, Besuche bei meinen Lieferanten, probekochen, Weinproben, recherchieren, Kalkulationen und die aufregende Zusammenarbeit mit meinem tollen Team.

 

Meine Mutter war selbstverständlich für die Wildkräuter und wunderschöne Blumendekoration zuständig, meine Schwester hat den Tag mit ihrer Kamera begleitet und gemeinsam mit meiner Freundin Tabea und Jenny den Service gemacht. In der Küche hatte ich ebenfalls Unterstützung. Olli ist Koch und ein echter Ruhepohl. Die Abläufe und das Anrichten waren daher bestens koordiniert. Einen „Springer“ am Start zu haben, wenn etwas schief läuft ist ebenfalls sehr zu empfehlen und so hatte mein "bald Mann" die ehrenvolle Aufgabe, mir den Rücken freizuhalten…und das tat er!

(c) Roberta Fele
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In der Küche sollte alles verwendet werden, was im Mai blüht und wächst. Bei der Auswahl des Menüs legte ich großen Wert auf den Einsatz von regionalen und saisonalen Produkten. Mein liebster regionaler Lieferant, konnte mir alle Wünsche erfüllen und lieferte mir das beste Obst und Gemüse. Der Büffelmozzarella kam von Bobalis - einem Ökologischem Büffelhof in Brandenburg.

Die Herkunft der passenden Weine lag mir dabei ebenfalls am Herzen. Vom deutschen Szene Winzer bis hin zum traditionellen Familienbetrieb, es wurde probiert, überlegt und schließlich eine passende Auswahl getroffen.

(c) Roberta Fele
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Das „Mise-en-place“ war  bestens getaktet, Gemüse wurde geschnitten, Fleisch mit Gewürzen vakuumiert. Der Mönchsbart wurde ausgiebig geputzt und Tartlettes-Duft strömte durch das kleine Pumpenhäuschen. Die Gäste konnten kommen und mit ihnen meine große Aufregung. 

Beim Apéro auf der kleinen Terrasse, waren alle Strapazen und die Nervosität dann aber vergessen. Die Vorfreude meiner Gäste auf diesen, ihnen unbekannten Abend, war Entschädigung genug.

Begrüßt wurden alle mit Prosecco (Valdobbiadene Superiore DOCG Brut Althea) und selbst gerösteten Nüssen mit Koriandersamen und Ingwer. Das Menü kannte bis dahin noch niemand, und so huschten neugierige Blicke immer wieder Richtung offener Küche und Menütafel. Nach einer kleinen Begrüßung meinerseits, konnten alle Platz nehmen und den Abend genießen.

Der Abend stand für junge, innovative Ideen und der gemeinsamen Freude an gutem Essen. Dies ist mir Dank meines Teams und der tollen Gäste gelungen.


Ich bin sehr stolz, wie mein Blog mein Leben bereichert hat, und bin nun sehr gespannt, was mich noch alles erwartet!

Eines weiß ich jedoch: unser „Pop Up“ soll zu jeder Jahreszeit wiederholt werden und ein festes saisonales und kulinarisches Event werden, auf das sich meine Gäste freuen können!



Das Menü


Mönchsbart und Onsen-Ei


Spargel-Quinoa-Salat, Salzzitrone, Büffelmozzarella

und gerösteter Buchweizen


Schweinefilet Sous Vide, Speck, Erbsenpüree, Frühlingszwiebel

und Sauerampfercreme


Rhabarber-Curd-Tartelettes mit Erdbeeren, Sous Vide gegartem Rhabarber

und Amaranth-Krokant



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Kommentare: 5
  • #1

    Daniela (Dienstag, 19 Mai 2015 13:10)

    Hallo Federica,

    das klingt richtig toll. Ich freu mich, dass du damit einen kleinen Traum für dich hast wahr machen können. Nach deinem Bericht klingt es nach einem fantastischen Tag und die Fotos zeigen eine wunderbare Location. Leider ist Konstanz für mich zu weit weg - sonst wäre ich gern mal dabei gewesen.

    Weiterhin viel Erfolg und liebe Grüße,
    Daniela

  • #2

    Cornelia (Dienstag, 19 Mai 2015 16:36)

    Liebe Federica,
    es war ein wunderschöner Abend! Essen, Atmosphäre, Gäste und euer Team - alles hat gepasst.
    Ich werde wieder kommen und wünsche dir weiterhin viel Erfolg auf deinem Weg zum Lebenstraum.
    Liebe Grüße
    Cornelia

  • #3

    Jens (Mittwoch, 20 Mai 2015 11:27)

    Ich kann deinen zu Anfang beschriebenen Gedankengang nur zu gut nachvollziehen.

    Genau deshalb habe ich auch meinen kleinen Supper Club gestartet den ich im Juli nun zum vierten mal veranstalte. Gäste und Freunde kulinarisch zu verwöhnen ist einfach so viel toller, als das Ganze virtuell für Leser zu tun (auch wenn mir das ebenfalls viel Freude bereitet)

    Gruß
    Jens

  • #4

    Isabel (Freitag, 01 Januar 2016 17:42)

    Liebe Federica,

    ich bin gerade eben erst auf deinen Blog gestoßen und ärgere mich glatt, dass ich ihn nicht schon früher entdeckt habe…du hast wirklich eine ganz tolle Seite mit wunderbaren Fotos und interessanten Themen :)
    Wie hast du denn dein Pop-Up-Dinner publik gemacht, und wie konnten die Gäste buchen?

    Liebe Grüße,
    Isa

  • #5

    Federica (Samstag, 02 Januar 2016 12:34)

    Liebe Isa,
    vielen Dank für dein nettes Kommentar :)
    Ich mache für mein "Pop Up Dinner " sehr wenig Werbung und trotzdem sind sie Karten im Vorverkauf schnell vergriffen. Meine Gäste können einfach per Mail reservieren und kommen dann auf die Gästeliste. Melde dich gerne, wenn du mehr Fragen hast :)
    Liebe Grüße und ein Gutes neues Jahr.
    Federica



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